Fußreflexzonenmassage

Einsatz der Reflexzonentherapie am Fuß

Die RZF kann in der physikalischen Therapie, z.B. bei Wirbelsäulen- und Gelenkblockaden, bei Gon- und Coxarthrose, Beckenschiefstand und Haltungsschäden eingesetzt werden, meist als Serie von 6-12 Behandlungen.

Sie findet ihren Einsatz:

  • bei der Unterstützung der Funktionsabläufe von Niere, Darm, Wirbelsäule und Lymphsystem
  • weil mit ihr über den Körper hinaus alle Ebenen des Menschen erreicht werden können
  • im Sinne einer kurzen Akutbehandlung, z.B. zur Stabilisierung des Kreislaufs bei Bettlägerigen, zur Verbesserung der Wundheilung und bei postoperativem Harnverhalten
  • ist besonders geschätzt von Kindern, denn sie erleben den natürlichen Heilreiz meist weniger voreingenommen als Erwachsene und reagieren oft rasch mit Verbesserung der Beschwerden
  • bei Mutter und Kind, vor, während und nach der Geburt, wenn die Indikation dafür spricht
  • und sie hilft vermehrt bei Altersbeschwerden und Krankheiten zu lindern

Topographie der Reflexzonen nach Hanne Marquardt

Die Zonen des Kopfes sind an den Zehen angeordnet,
die des Brustkorbes und Oberbauches an den Mittelfußräumen,
die des Bauch-Beckengebietes an den Fußwurzelknochen, einschließlich der Fersen,
die der Wirbelsäule am medialen Anteil der beiden Längsgewölbe.

Alle Zuordnungen in der Körpermitte finden ihre Reflexzonen in der Fußpaarmitte, d. h. rechts und links hälftig.

Jeder Mensch weist Reflexzonen am Fuß auf. Sie sind im gesunden Zustand so wenig spürbar wie ein normal funktionierendes Organ. Erst bei pathologischen Veränderungen im Organ oder System werden auch die Reflexzonen erkennbar.

Inspektion und Palpation am Fuß

(Sicht- und Tastbefund)

Um den Behandlungsschwerpunkt zu erfahren, wird bei jeder Erstbehandlung ein Befund erstellt.

Der Sichtbefund ist ablesbar

  • an statischen Fehlformen im Längs- und Quergewölbe;
  • an Tonusveränderungen im Fußgewebe, (z.B. venöse oder lymphatische Stauungen, Schwellungszustände);
  • an abnormen Zeichen in der Haut (Mykosen, Rhagaden, Verhornungen, Schwielen, Nagelfehlformen, Verfärbungen).

Der Sichtbefund gibt nur generelle Hinweise und muss bei der Bewertung der abnormen Zonen vom Tastbefund bestätigt werden.

Für den Tastbefund werden alle Reflexzonen in einer geordneten Reihenfolge mit dem speziellen Griff, der sich in der RZF entwickelt hat, überprüft.
Belastete
Zonen lassen sich ablesen durch:

  • Lokal begrenzten Schmerz an den betroffenen Stellen am Fuß, (nach Dr. med. R. Voll ist der Schmerz „der Schrei des Gewebes nach flutender Energie“),
  • Zeichen vegetativer Fehlreaktionen, z. B. rasche und starke Schweißbildung an den Händen oder am Körper, deutliche Veränderung in Gesichtsfarbe, Körpertemperatur, Atem- und Pulsfrequenz und des Speichelflusses.
  • den Palpationsbefund, denn mit entsprechender Übung und Erfahrung lassen sich abnorme Zonen am Fuß häufig auch ertasten.

Die spezielle Grifftechnik hat zum Ziel, durch dynamische Auf- und Ab-Bewegung des Daumenendgliedes und der anderen Finger das Gewebe der Reflexzonen in Tonus und Temperatur zu normalisieren. Durch Variation in Griffintensität und Arbeitstempo können die Therapierenden auf die konstitutionelle Grundlage und momentane Disposition der Patienten eingehen. Bei der Durchführung der Behandlung liegt die Arndt-Schultz’sche biologische Lebensregel zugrunde: Schwache Reize regen an, starke hemmen, stärkste lähmen. Bei starker Irritation werden Ausgleichsgriffe angeboten, die das Vegetativum stabilisieren.

Symptom- und Hintergrundzonen

Wir unterscheiden beim ersten Befund die Symptomzonen von den Hintergrundzonen.

Symptomzonen sind identisch mit den Zonen der jeweiligen Organe oder Systeme, an denen sich die Symptomatik bei der Patientin bzw. dem Patienten spürbar zeigt, z. B. die Kopfzone beim Kopfschmerz, die Hüftzone bei Coxarthrose.

Hintergrundzonen sind diejenigen, die den belasteten Hintergrund – ererbt oder erworben – aufzeigen, auf dem die jetzigen Beschwerden und Krankheiten entstanden sind.

Beispiel: Patient mit Lumbalsyndrom:
Die Symptomzonen sind die Reflexzonen der Lendenwirbelsäule, am Fuß ablesbar durch schmerzhaft reagierende Stellen in der proximalen Hälfte der beiden Längsgewölbe.

Die Hintergrundzonen können sich auf vielfältige Weise zeigen, z. B. über:

  • den Darm,
  • das Genitalsystem,
  • die harnableitenden Wege,
  • kraniale Anteile der Wirbelsäule und über
  • Zonen, durch die das Vegetativum erreichbar ist (Stress).

Außerdem können Störfelder in Form von Narben oder Zahnherden zu chronischen Belastungen in der unteren Wirbelsäule führen.

Durch gleichwertiges Behandeln der Symptom- und der Hintergrundzonen wird erreicht, dass eine tief greifende Umstimmung in allen funktionell und organisch zusammenwirkenden Bereichen des Menschen stattfinden kann.

In welchem Maß eine Besserung der Beschwerden tatsächlich stattfindet, hängt ab

  • von der Qualität der gewählten Methode. Die Reflexzonentherapie zählt zu den Regulationstherapien, die die eigene Vitalität mobilisieren;
  • von der Qualität der Therapierenden, fachlich und menschlich;
  • von der Regenerationskraft der Kranken
  • und von deren Bereitschaft, manches in ihrer bisherigen Lebensführung zu ändern.

Reaktionen

Ein spezielles Merkmal, das die Methode kennzeichnet, ist durch die ausgelösten Reaktionen gegeben. Reaktionen sind erwünschte und erwartete, meist kurzfristige Heilkrisen, die nicht mit neuen Krankheiten verwechselt werden dürfen. Sie werden durch die Therapie hervorgerufen und kennzeichnen eine Reaktivierung der geschwächten Regenerationskräfte im Menschen.

Die auftretenden Reaktionen sind in jedem Fall positiv zu bewerten, selbst wenn sie vorübergehend störend sein können. Die Selbstheilkraft des Menschen entscheidet letztlich, über welche Systeme der Organismus seine Reinigung und Stabilisierung vollzieht.

Folgende Reaktionen sind am häufigsten:

  • Vermehrte Harnausscheidung, Veränderung in Geruch und Farbe.
  • Veränderung des Stuhlganges in Quantität, Konsistenz, Farbe, Geruch; vermehrte bzw. verminderte Flatulenz.
  • Schweißabsonderungen und Hautveränderungen am ganzen Körper oder an bestimmten Hautbezirken, z. B. Nachlassen des Juckreizes.
  • Reinigung der Schleimhäute in den Atemwegen und Unterleibsorganen in Form von Schnupfen, Auswurf oder Ausfluss, bzw. im deutlichen Nachlassen der Schleimhautabsonderungen.
  • Entspannende Müdigkeit, besseres Lebensgefühl und Ausgleich der emotionalen Schwankungen.
  • Kurzfristiges Aufflackern alter Krankheiten, die früher unterdrückt bzw. nicht ganz ausgeheilt wurden.
  • Kurzer Fieberschub oder erhöhte Temperatur, die nicht als neue Krankheit, sondern als natürliche Verarbeitung von Fremd- oder Schadstoffen gewertet werden sollten.

Indikationen

Die Reflexzonentherapie am Fuß stellt eine spezielle Indikation dar bei Patientinnen und Patienten mit:

  • akuten und chronischen Beschwerden am Bewegungsapparat,
  • akuten und chronischen Belastungen und Erkrankungen im Urogenitaltrakt,
  • Funktionsstörungen im Atmungs- und Herzbereich,
  • Beschwerden im Verdauungssystem,
  • Kopfbelastungen verschiedenster Genese, auch zur Unfallnachbehandlung
  • Zyklusbeschwerden bei Frauen.

Die Erfahrung hat außerdem gezeigt, dass sich selbst bei Patienten mit schweren degenerativen Krankheiten (Bechterew, Parkinson, Mukoviszidose, Multiple Sklerose, Krebs, Lähmungen) eine Reihe von Begleitumständen verbessern lässt:

  • Aktivierung der Ausscheidungsorgane,
  • die Erleichterung der gravierenden Schmerzzustände im Endstadium von Karzinomkranken,
  • vermehrte Kontrolle über Schließmuskulatur von Blase und Darm,
  • Stabilisierung der seelischen Verfassung.

Gerade die chronisch Kranken schätzen es besonders, wenn sie in der Schwere ihrer Krankheit die kontinuierliche, mitfühlende Begleitung über die Behandlung der Füße erleben.

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